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    <title>Nordlichter</title>
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    <description>Leben in der vorpommerschen Provinz</description>
    <dc:publisher>Blogger.de</dc:publisher>
    <dc:creator>ti (mailto:&amp;#116;&amp;#105;&amp;#95;&amp;#110;&amp;#111;&amp;#114;&amp;#100;&amp;#108;&amp;#105;&amp;#99;&amp;#104;&amp;#116;&amp;#64;&amp;#119;&amp;#101;&amp;#98;&amp;#46;&amp;#100;&amp;#101;)</dc:creator>
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    <title>Abschied</title> 
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    <description><![CDATA[31.03.2008<br />
<br />
Am 07.02.2008 ist Marion im Hospiz gestorben.<br />
<br />
Eine Woche vor Ihrem Tod hat sie mir noch einen Eintrag f&uuml;r Ihren Blog diktiert. In den letzten Monaten Ihres Lebens war dieser Blog mit das Wichtigste in Ihrem Leben gewesen und sie hat sich so sehr gew&uuml;nscht, noch weiter leben zu k&ouml;nnen um noch mehr zu schreiben. Marion hat alle Ihre Eintr&auml;ge immer Korrektur gelesen und noch verbessert und so lange gefeilt, bis ihr alles in den richtigen Worten verfasst schien. Erst dann hat sie das Ganze im Netz ver&ouml;ffentlicht. Diesen letzten Eintrag konnte sie nicht mehr &uuml;berarbeiten und ich stelle ihn auf Marions Wunsch hin jetzt in Rohform ins Netz. Er ist nicht fertig geworden, denn es ging ihr k&ouml;rperlich zu schlecht um noch weiter diktieren zu k&ouml;nnen. <br />
<br />
<br />
Ti  29.01.2008<br />
<br />
Mein Einzug in die Greifswalder Klinik f&uuml;r Inneres verlief chaotisch. Organisiert hatte meinen Krankenhausaufenthalt ein anderer Arzt im Demminer Krankenhaus und nicht mein Onkologe. Und jeder dachte vom anderen, da&szlig; er mich &uuml;ber den Zeitpunkt  informieren w&uuml;rde. Also erhielt ich gar keine Information. Es war ein bisschen wie zu DDR-Zeiten -  keiner wei&szlig; Bescheid, aber alle machen mit. Als ich am Montag dort ankam, war kein Bett f&uuml;r mich frei. Da ich aber nicht wieder nach Hause wollte, weil ich schon mal da war, wurde f&uuml;r mich ein Bett in den Stationsflur geschoben. Und ich musste warten. W&auml;hrend ich da auf dem Flur hockte setzte sich der Stationsarzt auf meine Bettkante und plauderte mit mir. Ich erkl&auml;rte ihm, da&szlig; ich 2 Dinge v&ouml;llig ablehnen w&uuml;rde: eine harte Chemo und eine Darmspiegelung. Weil ich sicher war, beides k&ouml;rperlich nicht mehr durchstehen zu k&ouml;nnen. Patientenbetten auf dem Flur kannte ich eigentlich nur aus Berichten &uuml;ber Dritte-Welt-L&auml;nder oder aus Gro&szlig;britannien. Aber am Ende wurde doch noch alles gut und ich wurde samt Bett in ein 3er-Zimmer geschoben. Hier gab es sogar ein eigenes Bad mit Toilette. W&auml;hrend ich in Greifswald Klinikum lag wurde ich in 3 verschiedene Zimmer verlegt. In ein 6er-Zimmer mit Toilette und in ein 3er-Zimmer ohne Toilette. Ich wartete wenn auch nicht auf den Weihnachtsmann sondern auf eine gute Fee, die mir einen Wunsch erf&uuml;llen w&uuml;rde. Leider kam es nicht dazu. Die Strahlen&auml;rztin sagte mir, da&szlig; das Gew&auml;chs in Schulter und R&uuml;cken 10x bestrahlt werden m&uuml;sste. Und sie stimmte mir zu, als ich erkl&auml;rte, ich glaube f&uuml;r mich w&auml;re keine Heilung m&ouml;glich sondern nur ein Hinausz&ouml;gern der Krankheit. Inzwischen war der Oberarzt in der Inneren Klinik voller Eifer dabei, sich meines Darmproblems anzunehmen. Mit Hilfe von Kapseln mit dem Wirkstoff Loperamid gelang es ihm, die Darmt&auml;tigkeit in meinem Bauch vollst&auml;ndig zum Erliegen zu bringen. Statt Durchfall musste ich mich jetzt mehrfach &uuml;bergeben. Und erst jetzt wurde durch einige Untersuchungen wie CT, R&ouml;ntgen usw. nach der Ursache geforscht. Die Frauen (Mitpatientinnen) in meinem Zimmer ertrugen meine Brechorgien relativ gelassen. Bei all diesen Untersuchungen konnte keine organische Ursache f&uuml;r das Brechen gefunden werden. Ich bekam w&auml;hrend meines Aufenthalts dort mehrfach Besuch. Jemand vom ambulanten Hospizdienst in Greifswald, Renate tauchte pl&ouml;tzlich mit Tochter und Enkelin auf, eine Schwester vom evangelischen Kloster Verchen und nat&uuml;rlich meine Freundin Beate. Diese Besuche machten es f&uuml;r mich ertr&auml;glicher, es in Greifswald auszuhalten. Im Krankenhaus grassierte der Norovirus und die Station, auf der ich lag, war die einzige, die nicht geschlossen wurde. Trotzdem stieg der Krankenstand unter dem Personal und die Stimmung n&auml;herte sich dem Gefrierpunkt, weil noch weniger Schwestern und Pfleger sich die Arbeit teilen mussten. Eines Nachts verschluckte ich mich am Tee. W&auml;hrend ich so vor mich hin r&ouml;chelte war die Schwester gerade mit einer anderen Patientin im Zimmer besch&auml;ftigt. Sie sagte mir, da&szlig; man da nichts machen k&ouml;nne. Aber daf&uuml;r klopfte mir meine Bettnachbarin heftig auf den R&uuml;cken, bis ich wieder Luft bekam. Eines Abends setzte sich einer der &Auml;rzte zu mir ans Bett und sagte zu mir, ich solle mal raten, was beim CT herausgekommen w&auml;r. Ich antwortete, wenn er schon so anfing, w&uuml;sste ich schon Bescheid. Man kann schlechte Nachrichten auch anders r&uuml;berbringen. Ich fand das Verhalten des Arztes sehr taktlos. Um sensibel so schlechte Nachrichten zu &uuml;bermitteln braucht es keine spezielle Schulung &#8211; daf&uuml;r reicht eine Ausbildung als Mensch. Fakt war, da&szlig; der Krebs wieder gekommen ist und auch andere Organe mit Metastasen befallen sind.<br />
<br />
<br />
Hier endet Marions letzter Eintrag und in Ihrem Sinne sage ich Euch allen &#8222;Lebt wohl Ihr Lieben&#8220;<br />
<br />
Beate (Freundin)]]></description>
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    <dc:subject>Krankengeschichten</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2008 ti</dc:rights>
    <dc:date>2008-03-31T23:55:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="https://mariont.blogger.de/stories/1007459/">
    <title>Alte Leiden - neue Katastrophen</title> 
    <link>https://mariont.blogger.de/stories/1007459/</link>
    <description><![CDATA[Ich habe es bewusst vermieden zwischen den Feiertagen zu bloggen, um keinen von meinen Lesern das Fest zu verderben.<br />
<br />
Der Termin in der onkologischen Sprechstunde, bei der die n&auml;chste Chemotherapie besprochen werden sollte, geriet zum Desaster. Ich zeigte meinem Arzt den dicken Mittelfinger. Der erschien ihm so suspekt, dass er mich sofort nach unten zum R&ouml;ntgen schickte. Als ich wieder oben im Sprechzimmer war, hatte ich einen Termin bei meinem Doktor am n&auml;chsten Morgen und einen in Greifswald zur Skelettszintigraphie. Mein Onkologe berichtete mir anderntags, die Chirurgen h&auml;tten anhand des R&ouml;ntgenbildes doch eine Knochenmetastase festgestellt, OP-Termin am Donnerstag. Ich h&auml;tte noch die Option einer &ouml;rtlichen Bet&auml;ubung gehabt, aber ich beschloss, bei dieser Operation nicht dabei sein zu wollen.<br />
<br />
Zum Gl&uuml;ck musste ich an diesem 20. Dezember nicht lange warten, sondern durfte gleich das sch&ouml;ne Krankenhausnachthemd &uuml;berstreife und ins Bett h&uuml;pfen. Dann ging es auch schon hinunter in den OP. Auf die LMAA-Tablette hatte ich verzichtet. Es war meine 6. Operation. Im Aufwachraum hatte ich zuerst etwas Atemprobleme. Dort, wo vorher mein Mittelfinger gewesen war, hatte ich einen dicken Verband. Die Schwester sorgte daf&uuml;r, dass die Schmerzen im ertr&auml;glichen Rahmen blieben. Auch oben auf der Station blieb das dank der &Auml;rzte und Schwestern so.<br />
<br />
Inzwischen r&uuml;ckte das Weihnachtsfest n&auml;her und die Zahl der Patienten verringerte sich. Deshalb wurden die zwei chirurgischen Stationen zusammengelegt. Aus dem Schwesternzimmer klang Weihnachtsmusik her&uuml;ber. Als ich klingelte und um eine Kanne Fencheltee bat, kam eine Schwester w&uuml;tend ins Zimmer geschossen. Wie ich es wagen k&ouml;nne, deswegen die Klingel zu bet&auml;tigen. Sie w&uuml;rden sich Blutblasen laufen. Ich solle bei solchen W&uuml;nschen gef&auml;lligst nach vorn ins Schwesternzimmer kommen. Wenn ich im Bett liege, sieht mir niemand meine k&ouml;rperliche Schw&auml;che an. Lust zu streiten hatte ich keine. Ich stimmte der Dame zu in der vollen Absicht, dann vor dem Schwesternzimmer zusammenzubrechen. Meinen Fencheltee bekam ich &uuml;brigens sp&auml;ter von einer anderen sehr netten Schwester.<br />
<br />
Neben mir lag eine Patientin, die sich das Bein oberhalb des rechten Fu&szlig;es glatt durchgebrochen hatte. Sie hatte einen Mann und vier Kinder zu Hause, die j&uuml;ngste Tochter war 14 Jahre alt. Der &auml;lteste Sohn war noch keine 25, Vater einer kleinen Tochter und alkoholabh&auml;ngig. Er war auf Urlaub aus dem Entzug gekommen. Seiner Mutter erz&auml;hlte er bei einem Besuch stolz, dass er sich beim letzten Diskoaufenthalt bis zum Stehkragen abgef&uuml;llt hatte. Als ihr Sohn gegangen war, weinte die Frau hemmungslos. Ich konnte sie nicht tr&ouml;sten. Sie hatte so gehofft, dass ihr Sohn &uuml;ber die Feiertage in seiner Entzugsgruppe h&auml;tte bleiben m&uuml;ssen. Auch war sie w&uuml;tend auf ihren Mann, der einen Teil des kleinen Weihnachtsgeldes an die S&ouml;hne zum Diskobesuch verteilte. Sie hatte konsequent festgelegt, das Geld gibt es erst am Heiligen Abend. Die Kinder kamen und berichteten von den Kochk&uuml;nsten ihres Vaters. Die Mutter hielt es nur mit M&uuml;he in ihrem Krankenbett. Am Weihnachtstag gab ihr der Arzt f&uuml;r einige Stunden Urlaub. Sie h&auml;tte aber dann mit einem Auto chauffiert werden m&uuml;ssen. Ein solches besa&szlig; die Familie nicht. Ich glaube, sie ist auch Weihnachten im Krankenhaus geblieben.<br />
<br />
Mich jedoch holte am 24. Dezember mein Bruder ab, er versorgte mich auch zu Hause. Von meinem Mittelfinger durfte ich nur das dicht bandagierte untere Glied mitnehmen. Knochenmetastasen treten leider nie einzeln sondern immer im Rudel auf. Eine weitere hat sich in meinem rechten Wadenbein eingenistet. Am 27. Dezember hatte ich die erste Chemositzung. Weil ich an der rechten Schulter eine Auff&auml;lligkeit entdeckt hatte, lie&szlig; ich meinen Onkologen einen Blick darauf werfen. Nach der Chemo musste ich deshalb zum MRT. Weil ich immer noch schw&auml;chlich bin, fuhr mich die Schwester, die die Kranken psychisch betreut schnell in die Praxis. Sie wich auch dort nicht von meiner Seite und ging erst, als ich in die R&ouml;hre musste. Der R&ouml;ntgenarzt telefonierte nach der Untersuchung mit meinem Onkologen. Ich wurde zur&uuml;ck ins Krankenhaus geschickt, diesmal &uuml;bernahm die Fahrt mein Bruder, der inzwischen in die Praxis gekommen war.<br />
<br />
Wir warteten in der Notfallambulanz. Das Gesicht meines Onkologen verhie&szlig; keine gute Nachricht. Ich leide an dieser schweren Krankheit mit allen H&ouml;hen und Tiefen mittlerweile 2 &frac12; Jahre. Nun musste ich vernehmen, was jeder Krebspatient f&uuml;rchtet. Es ist wiedergekommen und w&auml;chst weiter. Mein Doktor hatte inzwischen mit dem Hausarzt die Schmerzmedikation festgelegt. Ich erhalte Pflaster, die unter das Bet&auml;ubungsmittelgesetz fallen. Mein Bruder musste leider am Nachmittag zur&uuml;ck nach Berlin. Ich &uuml;berlie&szlig; es ihm mit den Eltern zu telefonieren. Aber ich war nicht lange allein, erst kam die Schwester, mit den Schmerzpflastern aus der Apotheke und dann meine Freundin Beate. Beate war inzwischen oft hier, keine Ahnung, wie ich die Sache ohne sie packen w&uuml;rde. Ich wei&szlig; nur, bedingungslose Freundschaft ist etwas sehr Sch&ouml;nes, und ich bin dankbar, dass ich sie erfahren darf. Beate hat auch hier mit mir den Jahreswechsel gefeiert. Was ich nicht m&ouml;chte, ist mir selbst den Rest meiner Zeit zu vermiesen.<br />
<br />
Am Nachmittag des Chemotages rief mein Onkologe an. Er hatte sich in Greifswald mit einem Professor beraten. Die erste Januarwoche will er mich in die Uniklinik schicken. Vielleicht w&auml;re Bestrahlung noch eine M&ouml;glichkeit, den Krebs zu begrenzen. Ich jedenfalls muss alle Eventualit&auml;ten ins Auge fassen. Praktisch, wie Beate veranlagt ist, hat sie mir einige Formulare ausgedruckt, und ich habe inzwischen einiges unterschrieben, um die Dinge zu regeln. In Deutschland geht es nun mal nicht ohne Formulare, auch nicht in dieser Angelegenheit. Ich habe mir auch schon lange vorher &uuml;ber den schlimmsten Fall Gedanken gemacht. Wenn es denn sein muss, halte ich es f&uuml;r mich das beste, den Rest meiner Tage in einem Hospiz zu verbringen. Ich will dann nicht im Krankenhaus sein. Ich habe keine Ahnung, wie es mit mir weitergeht, und ob ich die Kraft finden werde, hier noch einmal zu bloggen.<br />
<br />
Also ist es erstmal Zeit sich zu verabschieden. Lebt wohl, meine Lieben!]]></description>
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    <dc:subject>Krankengeschichten</dc:subject>
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  <item rdf:about="https://mariont.blogger.de/stories/990600/">
    <title>Schmerzen unterm Weihnachtskaktus</title> 
    <link>https://mariont.blogger.de/stories/990600/</link>
    <description><![CDATA[Diesmal macht mir meine Krankheit weit mehr zu schaffen, als nach den vier vorhergehenden Operationen. Ich bin nicht nur durch meine Schw&auml;che an die Wohnung gefesselt. Ich leide auch an starken Schmerzen am R&uuml;cken und am rechten Arm. Mein Hintern revoltiert noch immer. Zu allem &Uuml;bel ist der Mittelfinger meiner rechten Hand dick, als w&auml;re er schwanger. Kennt jemand ein unfehlbares Mittel bei Sehnenscheidenentz&uuml;ndungen? Gegen die R&uuml;ckenschmerzen helfen zwei Dinge: Zur&uuml;ck ins Bett legen, und warten, bis sie auf ein ertr&auml;gliches Ma&szlig; abgeschwollen sind, oder den Hausarzt kommen lassen, falls es gar nicht mehr geht. Mein Doktor traktiert den R&uuml;cken dann recht unangenehm mit einer Spritze. Wenn ich das &uuml;berstanden habe, l&auml;sst es sich wenigstens f&uuml;r den Rest des Tages aushalten.<br />
<br />
Es ist ein Leben in Zeitlupe. F&uuml;r das, was gesunde Leute ruckzuck erledigen w&uuml;rden, brauche ich hundert Jahre. Der Schmerzen wegen liege ich doch mehr im Bett, als ich eigentlich m&ouml;chte. Schr&auml;g neben mir am Fenster h&auml;ngt in einer Ampel ein gro&szlig;er Weihnachtskaktus, dessen letzte vertrocknete rosa Bl&uuml;ten Beate am Sonntag abzupfte. Wenn ich von meinem Krankenlager hinausschaue, sehe ich nur den Himmel, grau, blau oder Wolken verhangen. Ab und zu ziehen laut kr&auml;chzend Schw&auml;rme von Kr&auml;hen vor&uuml;ber. Wildg&auml;nse kann ich weit weniger beobachten. Drinnen bilden, im Gegensatz zu mir, wenigstens die Orchideen auf der Fensterbank einen erfreulichen Anblick. Die meisten bl&uuml;hen jetzt im Winter. Aber nur Pflanzen betrachten oder aus dem Fenster starren, ist auf Dauer doch ein wenig langweilig, und es lenkt kaum von den eigenen Gebrechen ab.<br />
<br />
<img width="380" border="0" alt="Cymbidium" title="Cymbidium" src="https://cdn.blogger.de/static/antville/mariont/images/2007_1201_cymbidium001.jpg" height="252" /><br />
<br />
Im Bett lesen entf&auml;llt leider. Das normale Radioprogramm habe ich schon ewig nicht mehr geh&ouml;rt. Ich bin dazu &uuml;bergegangen, mir aus dem Web MP3-Dateien auf meinen Uralt-PDA zu laden. Leider bieten nicht alle H&ouml;rfunkanstalten dieses Dateiformat an, bei vielen ben&ouml;tigt man iTunes zum Download. Was soll ich mit iTunes, wenn ich nur die MP3-Datei haben will? Begonnen habe ich mein Bettradioprogramm mit &#8222;<a name="Die Kompagnieros: Wie Mediendebatten inszeniert werden" id="Die Kompagnieros: Wie Mediendebatten inszeniert werden" href="http://podcast.hr2.de/derTag/die_kampagnieros_wie_mediendebatten_inszeniert_werden__.mp3" title="Die Kompagnieros: Wie Mediendebatten inszeniert werden">Die Kompagnieros: Wie Mediendebatten inszeniert werden</a>&#8220; einen am&uuml;santen Beitrag der Sendereihe &#8222;Der Tag&#8220; von hr2. Derselbe Sender bietet das Funkkolleg &#8222;<a name="Die Welt der Geschichten - Kunst und Technik der Erz&auml;hlung" id="Die Welt der Geschichten - Kunst und Technik der Erz&auml;hlung" href="http://www.hr-online.de/website/radio/hr2/index.jsp?rubrik=29554" title="Die Welt der Geschichten - Kunst und Technik der Erz&auml;hlung">Die Welt der Geschichten - Kunst und Technik der Erz&auml;hlung</a>&#8220; an. Insgesamt soll das Kolleg 22 Radiosendungen umfassen, 7 sind bis jetzt online. Eine Funkbericht dauert nicht ganz 25 Minuten. So lange halte ich gerade durch, ehe mir die Augen zufallen.<br />
<br />
W&auml;hrend ich drinnen mit den Nachwehen meiner Krankheit voll besch&auml;ftigt bin, gehen drau&szlig;en vor der T&uuml;r Demokratie und B&uuml;rgerrechte St&uuml;ck f&uuml;r St&uuml;ck verloren. Widerstand dagegen ist wenig zu sp&uuml;ren. Am Tag, als die Vorratsdatenspeicherung beschlossen wurde, war das ZDFs heute nur eine Meldung unter ferner liefen wert. Es sind ja auch keine Journalisten davon betroffen. Vielleicht sollte ich mich langsam wieder daran gew&ouml;hnen zwei Meinungen zu haben eine &ouml;ffentliche und eine private, wie zu DDR-Zeiten. <a name="Nichts zu verbergen?" id="Nichts zu verbergen?" href="http://buettchenbunt.de/node/570" title="Nichts zu verbergen?">Diskutiert wird das Thema Vorratsdatenspeicherung</a> im Internet und hier vor allem in den Blogs. Ich habe meiner Physiotherapeutin aufgez&auml;hlt, was denn im n&auml;chsten Jahr gespeichert wird, falls sie im Festnetz oder mit dem Handy telefoniert. Das ging ihr entschieden zu weit. Sie sagte mir, sie f&uuml;hle sich &uuml;ber dieses Gesetz und seine Folgen nicht richtig informiert in den Medien. Ich denke, das wird f&uuml;r die meisten normalen B&uuml;rger zutreffen.<br />
<br />
Ihre Informationen beziehen sie aus dem Fernsehen, ich meine aus dem Internet. Manchmal glaube ich in einer Parallelwelt zu leben, und das nicht nur weil ich an meine Krankengruft gefesselt bin. Die trennt mich von den Menschen und den Dingen. Besuche habe ich nur wenige, au&szlig;er Arzt und Therapeutin, meine beiden Freundinnen und sporadisch die Arbeitskollegen. Dann haben ich endlich die Gelegenheit zum Plaudern. Frauen sind nun mal f&uuml;rs Dauerschweigen ungeeignet. Obwohl langes Reden mich nach der Lungen-OP noch immer anstrengt. Meinen Podcast kann ich aus diesem Grund im Moment nicht weiterbetreiben. Gejapst und gehustet w&auml;ren die Episoden nicht besonders am&uuml;sant. So bleibt mir im Moment nur das Schreiben, falls mir Hintern und R&uuml;cken wohlgesonnen sind.]]></description>
    <dc:publisher>Blogger.de</dc:publisher>
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  <item rdf:about="https://mariont.blogger.de/stories/984053/">
    <title>Ein Herz f&amp;uuml;r Bed&amp;uuml;rftige</title> 
    <link>https://mariont.blogger.de/stories/984053/</link>
    <description><![CDATA[Eigentlich f&auml;llt mir das Bloggen wegen meines r&uuml;ckwertigen Problems und den Schmerzen in Schulter und rechtem Arm ziemlich schwer, aber ich komme nicht umhin, einen wahren K&auml;mpfer f&uuml;r die Gerechtigkeit entsprechend zu w&uuml;rdigen. Ehre, wem Ehre geb&uuml;hrt:<br />
<br />
Dr. Uzulis, seines Zeichens Chefredakteur der f&uuml;hrenden, weil einzigen, <a name="Nordlichter im Nordkurier" id="Nordlichter im Nordkurier" href="http://mariont.blogger.de/stories/803540/" title="Nordlichter im Nordkurier">Tageszeitung in dieser nord&ouml;stlichen Provinz</a>, hatte mich schon mit seinem vorletzten Kommentar &uuml;ber alle Ma&szlig;en entz&uuml;ckt. Er diagnostizierte bei den Gr&uuml;nen einen deutlichen Linksdrall. Die wollen doch tats&auml;chlich mit ihrem Grundsicherungsmodell den Hartz-IV-Satz auf 420 Euro und f&uuml;r Kinder auf 350 Euro erh&ouml;hen. Igitt, die Sorge um die Zukurzgekommenen dieser Gesellschaft sollte man ausschlie&szlig;lich den Gutmenschen &uuml;berlassen! Denn dies vertr&auml;gt sich in keinster Weise mit den christlichen Werten, die der Herr Chefredakteur bei jeder passenden Gelegenheit einklagt. In seinem Kommentar machte Dr. Uzulis einmal mehr klar, dass er sich der Leistungstr&auml;ger dieser Gesellschaft annehmen will. Die m&uuml;ssen vor den Begehrlichkeiten der Empf&auml;nger von Sozialleistungen und Renten gesch&uuml;tzt werden.<br />
<br />
Da f&uuml;hle ich mich gleich ertappt, denn ich geh&ouml;re zur letzteren Klientel. Nat&uuml;rlich m&ouml;chte ich mich hiermit bei den Leistungstr&auml;gern unserer Gesellschaft entschuldigen, dass ich ihnen mit meinen Anspr&uuml;chen zur Last falle. Meine Doppelkrebserkrankung hatte ich mir extra durch gesunde Lebensweise zugelegt. Hierf&uuml;r bitte ich dem&uuml;tig um Verzeihung. Ich empfinde es deshalb als gerecht, wenn ich von meiner kleinen Erwerbsminderungsrente den vollen Krankenkassenbeitrag selbst bezahlen darf. Es geht auch in Ordnung, wenn die Krankenkasse nur noch Fahrten ins Krankenhaus sowie zu Chemo- bzw. Strahlentherapie bezahlt. Falls ich zu schwach sein sollte irgendwohin zur ambulanten Behandlung zu tippeln, ist das schlie&szlig;lich mein eigenes Verschulden. Ich freue mich nat&uuml;rlich, dass viele Medikamente und Hilfsmittel, die ich ben&ouml;tige, um mein Leben mit der Erkrankung zu ertragen, keine Kassenleistungen mehr sind. Das st&auml;rkt meine Eigenverantwortung z.B. auch bei der Auswahl der geeigneten Vorlagen f&uuml;r mein Grundproblem.<br />
<br />
Nachdem Dr. Uzulis letzte Woche die Gr&uuml;nen also als verkappte Linke enttarnt hatte, widmete er sich in seinem neuen Kommentar mutig den wahren Bed&uuml;rftigen hierzulande. Das sind notleidende Unternehmen, denen es so schlecht geht, dass sie ihren Angestellten Armutsl&ouml;hne zahlen m&uuml;ssen, wollen sie denn noch genug Gewinn erwirtschaften. Den Verdacht, mit Dumpingl&ouml;hnen zu operieren, kann man sich in Deutschland leider schon einhandeln, wenn man seinem Personals weniger als 7,50 Euro pro Stunde bezahlt.

<blockquote>Nun wird es also dazu kommen, dass kleinere Potzustellbetriebe in dem nach unten zementierten Wettbewerb aufgeben m&uuml;ssen, weil ihr Vorteil eben nicht alleine darin lag, besser und schneller zuzustellen als die Deutsche Post, sondern vor allem, weil sie billiger waren. Dieser entscheidende Wettbewerbsvorteil f&auml;llt weg. Das bedeutet, dass vom kommenden Jahr an etliche Betriebe &uuml;ber den Jordan gehen. Und mit ihnen die Besch&auml;ftigten, die dann in die Arbeitslosigkeit rutschen und somit staatliche Unterst&uuml;tzung ben&ouml;tigen. ...</blockquote>

Ja das ist traurig. Allerdings vergisst Dr. Uzulis eins zu erw&auml;hnen, viele dieser Besch&auml;ftigten beziehen schon jetzt Hartz IV erg&auml;nzend zu ihrem Einkommen. Aber so wichtig ist diese Tatsache nun auch wieder nicht. Ein Kommentar in einer Regionalzeitung ist schlie&szlig;lich keine wissenschaftliche Abhandlung sondern eine Meinung. Die Konkurrenten der Post legen einen <a name="Bei Briefzustellern Mindestlohn?" id="Bei Briefzustellern Mindestlohn?" href="http://www.swr.de/report/-/id=233454/nid=233454/did=2624448/1j0ow68/index.html" title="Bei Briefzustellern Mindestlohn?">Ideenreichtum</a> an den Tag, den ich bewundernswert finde. Welches andere Unternehmen f&auml;hrt sein Personal in Bussen zur Demo, verteilt Plakate und Trillerpfeifen an die Belegschaft sowie kostenlos Filmmaterial an die Presse? Und welches andere Unternehmen bezahlt seinen Angestellten f&uuml;rs Demonstrieren? Bei soviel F&uuml;rsorge best&auml;tigen die Besch&auml;ftigten sicher gerne, dass sie mit einem Lohn von 6 Euro zufrieden sind. Ich stimme durchaus mit dem Herrn Chefredakteur &uuml;berein, diese kleinen Postzustellunternehmen sind es wert, <a name="Hungerl&ouml;hne auf Staatskosten" id="Hungerl&ouml;hne auf Staatskosten" href="http://www.zdf.de/ZDFde/druckansicht/11/0,6911,7126027,00.html" title="Hungerl&ouml;hne auf Staatskosten">dass der Steuerzahler sie sponsert</a>. Wie soll es sonst einen fairen Wettbewerb unter den Firmen im Postvertrieb geben?

<blockquote>Es ist ein Jammer, dass die Politik in diesem Land dem Markt mit zunehmender Tendenz misstraut. Dass sie sich anma&szlig;t, &uuml;berall dort regelnd einzugreifen, wo sich die freien Kr&auml;fte der Wirtschaft entfalten k&ouml;nnen. Die Politik glaubt es besser zu k&ouml;nnen als die Wirtschaft - und f&auml;llt doch mit ihren Konzepten immer wieder auf die Nase. In dem Wahn, es m&ouml;glichst vielen Menschen gut gehen zu lassen, l&auml;sst sie es tats&auml;chlich immer mehr Menschen schlechter gehen. Durch Umverteilungen, irrwitzige Restriktionen freien wirtschaftlichen Handelns, Abgaben und Steuern in oftmals unanst&auml;ndiger H&ouml;he treibt sie die Menschen in Abh&auml;ngigkeit und Unm&uuml;ndigkeit.</blockquote>

Es lebe der freie Markt, aber Dr. Uzulis Politikerschelte kann ich dennoch nicht nachvollziehen. Agenda 2010 und Hartz I-IV haben doch erst die Gr&uuml;ndung dieser kleinen innovativen Firmen erm&ouml;glicht. Diese Ma&szlig;nahmen wurden und werden von verantwortungsbewussten Politikern vorangetrieben, die wollen, dass es Deutschland wieder besser geht. Daf&uuml;r sei ihnen ausdr&uuml;cklich gedankt.

<blockquote>Frau Merkel und Herr Beck sollten im n&auml;chsten Jahr einmal diejenigen Briefzusteller befragen, die durch den nun festgeschriebenen &uuml;berh&ouml;hten Mindestlohn ihren Job verlieren, was ihnen lieber ist: als freie, stolze Menschen f&uuml;r etwas weniger Geld zu arbeiten oder als Arbeitslosengeldempf&auml;nger wegen eines Mindestlohns, den ihr Arbeitgeber nicht mehr zahlen konnte, ins soziale Abseits zu geraten.</blockquote>

Hier zeigt der Chefredakteur, selbst wohl kein armer Mann, dass er sich in andere hineinversetzen kann. Auch Niedrigl&ouml;hner k&ouml;nnen stolz sein. Das wird besonders deren Kinder aufbauen, wenn sie in der Schule mal wieder gemobbt wurden, weil sie keine Markenklamotten tragen. Unsere Eltern sind zwar arm aber stolz darauf, dass sie sich dank Agenda 2010 und Hartz IV frei dazu entscheiden durften f&uuml;r einen Niedriglohn zu arbeiten, der gerade mal zum Leben reicht oder auch eben nicht.<br />
<br />
<a href="http://flierswelt.files.wordpress.com/2007/12/cartoon_flierswelt_197.gif"><img width="380" border="0" alt="flierswelt.wordpress.com" title="flierswelt.wordpress.com" src="https://cdn.blogger.de/static/antville/mariont/images/cartoon_flierswelt_197.gif" height="289" /> </a><br />
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Ich hoffe, Dr. Uzulis wird mich und die Leser des Nordkuriers auch weiterhin mit solchen Kommentaren wie den hier erw&auml;hnten begeistern. Ich mag seine musterg&uuml;ltige Art Probleme anzusprechen: sachlich, kritisch und so unabh&auml;ngig. Mehr davon!]]></description>
    <dc:publisher>Blogger.de</dc:publisher>
    <dc:creator>ti</dc:creator>
    <dc:subject>Medien</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2007 ti</dc:rights>
    <dc:date>2007-12-03T20:53:00Z</dc:date>
  </item> 
  <item rdf:about="https://mariont.blogger.de/stories/970214/">
    <title>Jocasta Innes - K&amp;uuml;chen im l&amp;auml;ndlichen Stil</title> 
    <link>https://mariont.blogger.de/stories/970214/</link>
    <description><![CDATA[Meine eigene K&uuml;che gleicht keiner der von James Merrell fotografierten, dazu ist sie viel zu winzig, etwa 2,15 m im Quadrat. Sie scheint mehr ein begehbarer Schrank zu sein. Ich hatte nicht mal Platz f&uuml;r eine mechanische Abwaschhilfe, deshalb sp&uuml;le ich von Hand. Den einzigen verf&uuml;gbaren Raum nimmt statt einer Mikrowelle der Brotbackautomat ein. Trotz ihrer Beschr&auml;nktheit mag ich meine K&uuml;che noch immer. Sich bei viel Platz auszubreiten, kann schlie&szlig;lich jeder. Die Kunst beginnt erst, wenn wenig Stauraum verf&uuml;gbar ist, und wirklich jeder Zentimeter genutzt wird. Einen Vorteil hat das Ganze, ich finde s&auml;mtliche T&ouml;pfe, Messer oder etwa Gl&auml;ser auch bei Stromausfall, denn, wo sie stehen, ist genau ausgekl&uuml;gelt.<br />
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Die K&uuml;chenm&ouml;bel hatte ich vor nun elf Jahren bei Roller erworben. Zu einer Zeit, wo noch niemand den M&ouml;belkauf beim Discounter bei der Geschmackspolizei denunzierte. Inzwischen gibt es in Deutschland ja genug Leute, die nirgendwo anders als im Billigmarkt einkaufen k&ouml;nnen. Damals jedenfalls hatte ich jemand in der Hinterhand, dessen handwerkliches Geschick jedem Bretterpaket und widerspr&uuml;chlicher Aufbauanleitung gewachsen war, meinen Vater. Wir hatten zusammen die Fliesen und den Fu&szlig;bodenbelag im &ouml;rtlichen Baumarkt gekauft und dann in Neubrandenburg die M&ouml;bel ausgesucht. Ich hatte mich f&uuml;r eine K&uuml;che in verschiedene Braunt&ouml;ne entschieden.<br />
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Braunt&ouml;ne und Holz sind auch die beherrschenden Stilelemente in den vorgestellten K&uuml;chen des Buches. Jede dieser K&uuml;chen hat ihren eigenen Charakter und ist auf ihre Weise sch&ouml;n. Dabei ist die Variationsbreite immens. Auf der einen Seite steht eine fast kahlwirkende kalifornische K&uuml;che in mattgrauem Massivholz. Die elektrischen Ger&auml;te wie Herd und Sp&uuml;lmaschine, schwarz und verchromt, integrieren sich perfekt in das minimalistische Gesamtkonzept. Jocasta Innes bezeichnet es zurecht als asketisch. Aber auch das hat seinen Reiz. Wenn man die Seite umbl&auml;ttert, landet man in einer typisch rustikalen K&uuml;che im &uuml;berbordenden englischen Cottagestil. Hier sieht es immer ein wenig unaufger&auml;umt aus, so als g&auml;be es nicht genug Beh&auml;ltnisse f&uuml;r die vielen T&ouml;pfe, Teller, Tassen und sonstigen Utensilien. Welch ein Gegensatz zur Einrichtung auf der vorhergehenden Seite des Buches!<br />
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Bis auf vielleicht zwei, ist bei keiner der vorgestellten K&uuml;chen der Hauptzweck Repr&auml;sentation. Genausowenig wie das in meiner eigenen Komb&uuml;se der Fall ist. So wie die Fotos ausschauen, wird dort mit Leidenschaft gekocht und gegessen. Jocasta Innes schreibt:
<blockquote>Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich mich ohne Vorbereitung in jeder der auf den folgenden Seiten abgebildeten K&uuml;chen nach kurzer Zeit zurechtfinden w&uuml;rde. Dies beruht zweifelos einmal auf der praktischen Strategie, die notwendigsten Utensilien f&uuml;r jedermann sichtbar aufzubewahren. Zum anderen liegt es aber auch daran, dass in der Organisation dieser K&uuml;chen Instinkt und Tradition die Theorie eingeholt haben und eine (Land-) Karte zeichnen, die jeder der kocht, lesen kann.</blockquote>

<img src="http://rezeptblock.blogger.de/static/antville/rezeptblock/layouts/1887112/logo.jpg" alt="H&auml;ngegitter" name="H&auml;ngegitter" id="H&auml;ngegitter" width="195" height="225" border="0" align="right">In meiner eigenen Zwergenk&uuml;che halte ich es aus praktischen Erw&auml;gungen genauso. Neben der Kochstelle steht eine kleine dunkelbraune T&ouml;pferware aus Bulgarien. Eigentlich sollte sie als &Ouml;lkrug dienen, aber sie enth&auml;lt diverse Holzl&ouml;ffel griffbereit. Neben dem Herd h&auml;ngen von der Decke an Haken  Pfannen, Woks, Siebe, Kartoffelstampfer, eine Unzahl von Kellen und nat&uuml;rlich Topflappen. <br />
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Mein Vater hatte festgestellt, ich k&ouml;nnte enorm Geld sparen, wenn er meine K&uuml;che renovierte. Es w&uuml;rde nur ein wenig l&auml;nger dauern. Aber nicht nur das, er hat praktisch seine ganze Liebe zu mir in diese K&uuml;che eingebaut. Die einzige Ver&auml;nderung, die ich vorgenommen habe, der alte K&uuml;hlschrank ist inzwischen durch ein neues  Modell ausgetauscht worden. Die Sp&uuml;le muss auch ersetzt werden. Die neue liegt bei den Eltern im Schuppen. Ich warte nur darauf, dass sich jemand findet, der sie mir einbaut.<br />
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Die K&uuml;che, die mir im Buch am besten gef&auml;llt, ist ausgerechnet eine amerikanische. Das h&auml;tte ich nun nicht unbedingt erwartet. Ich h&auml;tte da mehr auf eine franz&ouml;sische getippt. In der Tat hat diese K&uuml;che, in Wei&szlig; und hellem Holz gehalten, viel f&uuml;r sich. Sie hat einige praktische Details wie eine zum Gl&auml;serregal umgebaute Durchreiche oder die im Wandregal eingelassenen Schlitze f&uuml;r die K&uuml;chenmesser.<br />
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Die Grundform der amerikanischen K&uuml;che bildet ein U. In der Mitte steht ein gro&szlig;er Gasherd &uuml;ber dem gu&szlig;eiserne Formen angebracht sind.  An der Decke h&auml;ngen K&ouml;rbe, Kr&auml;uterstr&auml;u&szlig;e und Zwiebelz&ouml;pfe. Die W&auml;nde bestehen aus hellem Holz, die K&uuml;chenm&ouml;bel hingegen sind dunkelrot die Ablagefl&auml;chen dunkelbraun. Direkt &uuml;ber den Sp&uuml;lbecken befindet sich das Fenster. W&auml;hrend des Abwaschs kann man also einen Blick nach drau&szlig;en riskieren. So gut habe ich es leder nicht. Meine K&uuml;che hat keine Fenster. Ich geb es zu, in dieser amerikanischen K&uuml;che w&uuml;rde ich gerne kochen. Im Moment bin ich leider zu krank und zu geschw&auml;cht, um mich selbst bekochen zu k&ouml;nnen.<br />
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Eine Rezeptsammlung bildet den passenden Abschlu&szlig; des Buches mit den wundersch&ouml;nen l&auml;ndliche K&uuml;chen. Ich hoffe ja, dass ich irgendwann wieder in der Lage bin, einige davon selbst auszuprobieren.]]></description>
    <dc:publisher>Blogger.de</dc:publisher>
    <dc:creator>ti</dc:creator>
    <dc:subject>Medien</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2007 ti</dc:rights>
    <dc:date>2007-11-17T17:09:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="https://mariont.blogger.de/stories/960448/">
    <title>Nach der 5. OP</title> 
    <link>https://mariont.blogger.de/stories/960448/</link>
    <description><![CDATA[Nat&uuml;rlich wollte ich Euch mit meiner letzten Mitteilung nicht erschrecken, meine Lieben. Fakt ist aber, dass ich 7 kg abgenommen und mich nach keiner Operation so schlecht gef&uuml;hlt habe wie nach dieser. Mein Bruder, der mich mit unserem Vater abgeholt hatte, stellte fest, ich w&auml;re nur noch Haut und Knochen. Meine Arbeitskollegin, die mich hier in meiner Krankengruft besuchte, sagte meine Wenigkeit betrachtend nur zwei Worte: "Oh, Gott!"<br />
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Im Prinzip bin ich zu fr&uuml;h aus dem Krankenhaus entlassen worden. Aber seit die Krankenh&auml;user per Fallpauschalen verg&uuml;tet werden, ist man als Patient nur noch ein l&auml;stiger Kostenfaktor. Wenn es nichts mehr zu diagnostizieren oder zu operieren gibt, rechnet es sich finanziell die Patienten so rasch wie m&ouml;glich nach Hause zu schicken. In der Wikipedia wird diese Vorgehensweise als <a name="Blutige Entlassung" id="Blutige Entlassung" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Blutige_Entlassung#Kritik__an_der_Verweildauerverk.C3.BCrzung" title="Blutige Entlassung">Blutige Entlassung</a> bezeichnet:

<blockquote>Eine vorzeitige Entlassung von Patienten aus dem Krankenhaus aus wirtschaftlichen Gr&uuml;nden wird von Kritikern als Blutige Entlassung bezeichnet. Vorzeitige Entlassungen bergen neben den Risiken f&uuml;r die Patienten aber auch Kostenrisiken f&uuml;r die Krankenkassen, z.B. wenn wegen der Erkrankung vermehrt ambulante Krankenbehandlung, h&auml;usliche Krankenpflege oder gar ein erneuter station&auml;rer Krankenhausaufenthalt n&ouml;tig werden (Dreht&uuml;r-Effekt).<br />
Von niedergelassenen &Auml;rzten wird kritisiert, dass sie das wirtschaftliche Risiko der Entlassungen zu tragen haben, da die ambulanten Behandlungen durch die nicht abgeschlossene Heilung teurer und aufw&auml;ndiger werden, ohne dass sie bei den Krankenkassen vollst&auml;ndig abgerechnet werden k&ouml;nnen.</blockquote>

Am Dienstag schleppte ich mich zum Hausarzt. "Warum hast du nicht angerufen?", fragte mich die Sprechstundenhilfe, als ich dort japsend auf einem Stuhl im Wartezimmer lag. Sie schickte mich zum jungen Arzt in die Sprechstunde, denn mein Doktor war stark erk&auml;ltet. Der Sohn ist nicht nur in der Schul- sondern auch in der Alternativmedizin bewandert. Ich sollte mir &uuml;berlegen, ob ich eine Mispeltherapie wollte. Aber mein Problem ist einmal mehr meine R&uuml;ckseite und meine k&ouml;rperliche Schw&auml;che. Ich erkl&auml;rte, dass ich mich allein waschen und anziehen kann aber Hilfe im Haushalt brauche. Der Arzt versprach sich darum zu k&uuml;mmern.<br />
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Das Sichk&uuml;mmern dauerte mir eindeutig zu lange. Ich rief am Freitag in der Praxis an. Die Sprechstundenhilfe nahm die Sache in die Hand und kurze Zeit sp&auml;ter meldete sich am Telefon ein Pflegedienst. Im Laufe der darauffolgenden Woche tauchten hier verschiedene Mitarbeiter des Dienstes mit verschiedenen Formularen auf. Ich sollte f&uuml;r die Bezahlung der Kosten eine Pflegestufe beantragen.<br />
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Das erschien mir doch sehr suspekt, und ich rief bei meiner Krankenkasse an. Die Mitarbeiterin, der ich meine Situation schilderte, beruhigte mich. Ich habe Gl&uuml;ck, meine Krankenkasse &uuml;bernimmt die Kosten f&uuml;r eine Haushaltshilfe f&uuml;r maximal vier Wochen. Andere Krankenkassen zahlen nur, wenn ein Kind zur Familie geh&ouml;rt. Das geht doch glatt am Leben vieler alten und alleinstehenden Menschen vorbei. Ich bekomme die Hilfe f&uuml;r drei Wochen auf Rezept. Die Angestellte des Pflegedienstes war das erstemal zehn Tage nach meinem Arztbesuch bei mir. Sie hilft mir dreimal die Woche f&uuml;r jeweils eine Stunde. F&uuml;r mich ist das eine gro&szlig;e Erleichterung.<br />
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Mein Hausarzt vereinbarte f&uuml;r mich auch einen Termin beim Urologen. Dort war ich in der letzten Woche. Es ist eine Gemeinschaftspraxis. Eine dreiviertel Stunde nach dem festgesetzten Termin, und kurz bevor ich im Warteraum vom Stuhl rutschte, wurde ich von einem &auml;lteren Arzt ins Sprechzimmer gerufen. Ich berichtete ihm, dass mein Hausarzt eine geheime Verbindung zwischen Darm und Blase vermutete. Dann musste ich meine Gebrechen aufz&auml;hlen. Der Doktor hatte einiges zu tippen. Als ich beim Brustkrebs angelangt war, erz&auml;hlte er mir, dass seine Frau ebenfalls daran erkrankt war. Sie hatten sich gemeinsam gegen eine Chemotherapie entschieden, und die Frau hatte auch eine Lungenmetastase bekommen. Was half mir das? Meine Metastase war ein Geschenk meines Darmkrebses.<br />
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Meinen Hinweis, dass ich wegen der Brustoperation nur noch den linken Arm f&uuml;r Blutabnahme und &auml;hnliches vorzeigen w&uuml;rde, tat der Doktor mit Panikmache der anderen &Auml;rzte ab. Ich erkl&auml;rte ihm, wegen der Lymph&ouml;deme in beiden Beinen, und der Kompressionsstr&uuml;mpfe, die ich tragen muss, bin ich nicht scharf auch einen dicken Arm zu bekommen. Dann folgte die Ultraschalluntersuchung meines Bauches. Noch w&auml;hrend ich auf der Pritsche lag, rief der Doktor nach seinem jungen Kollegen: "Ich habe hier eine Patientin. Lies dir mal die Anamnese durch, da wird dir schlecht!" Das hatte mir gerade noch gefehlt, ein Arzt mit coolen Spr&uuml;chen auf den Lippen. Der j&uuml;ngere, der Erich Zabel &auml;hnlich sah, las den Text am Bildschirm und verkniff sich jeden d&uuml;mmlichen Kommentar. Sie beratschlagten, wie sie mich eine Woche sp&auml;ter r&ouml;ntgen wollten. Der j&uuml;ngere Arzt sagte mir, falls er im R&ouml;ntgenraum sitzt, muss ich ihn daran erinnern, noch eine Aufnahme mit leerer Blase zu machen. Sein &auml;lterer Kollege k&ouml;nne sich das so merken, er aber nicht. Sein Ged&auml;chtnis sei nicht so gut.<br />
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Heute morgen war ich im Kreiskrankenhaus zum R&ouml;ntgen, im Raum sa&szlig; der &auml;ltere Arzt. Ich legte mich auf die Pritsche. Er setzte sich auf einen Hocker rechts neben mich und machte dann Anstalten mir in den Arm zu piksen. "Nein," sagte ich "die andere Seite." Er fragte, warum ich gewartet habe, bis er sich niederlie&szlig;. "Woher soll ich wissen, was Sie vorhaben?", war meine Antwort. &#8222;Huch, sind Sie aber d&uuml;nn!&#8220;, stellte der Doktor erstaunt fest. &#8222;Da brauche ich ja nur die H&auml;lfte des Kontrastmittels.&#8220; Nach dem R&ouml;ntgen sollte ich vom Kreiskrankenhaus zur urologischen Praxis gehen, die nur ein paar hundert Meter entfernt ist. F&uuml;r mich in meinem gegenw&auml;rtigen Schw&auml;chezustand eindeutig zu weit. Ich lie&szlig; ein Taxi rufen.<br />
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Eigentlich wollte ich in der Praxis nur den Zettel f&uuml;r die Untersuchung abgeben und dann gleich verduften. Die Schwester bat mich zu bleiben, der Doktor w&uuml;rde f&uuml;r die Auswertung nur zehn Minuten brauchen. Im Gegensatz zu meinem ersten Besuch ging es diesmal wirklich fix. Beim Betrachten der R&ouml;ntgenbilder stellte der Arzt fest, dass die Aufnahme mit leerer Blase fehlte. Ich wollte ihn doch erinnern. Von wegen, seinen jungen Kollegen, ja. Das R&ouml;ntgen hatte keine Verbindung zwischen Darm und Blase gezeigt. Zu meiner besonderen Erleichterung sind meine Nieren v&ouml;llig in Ordnung. Der Arzt sagte mir, das sei f&uuml;r die Medikamenteneinnahme besonders wichtig. Endlich einmal eine gute Nachricht! Der Doktor fragte zum Abschied, ob ich vorbeugend einen Termin f&uuml;r die Sprechstunde wollte. Ich verneinte, diese Praxis sieht mich nur wieder, wenn ich muss.<br />
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M&uuml;&szlig;ig darauf hinzuweisen, dass ich wegen meiner Gebrechlichkeit nach der OP weder in der Lage bin allein ins Kreiskrankenhaus noch in diese Arztpraxis zu gehen. Es blieb mir nichts weiter &uuml;brig als ein Taxi zu rufen. Nach der Gesundheitsreform bezahlen die Krankenkassen nur noch Fahrten zur Strahlen- bzw. Chemotherapie. Ich muss die Kosten also von meiner mageren Erwerbsminderungsrente bestreiten. Das Ziel der Gesundheitsreform ist ja auch nicht in erster Linie das Wohl der Patienten, sondern ganz Neusprech Kostend&auml;mpfung. Der Hausarzt besucht einen noch in der eigenen Wohnung, aber wenn man schwer krank ist, ben&ouml;tigt man nicht nur den Hausarzt. Die M&ouml;glichkeit, dass ein Patient so leidend ist, dass er nicht selbst zum Arzt kann, niemand hat der ihn dorthin bringt und auch noch zu arm ist, um die Fahrkosten zu tragen, ist in der Gesundheitsreform nicht vorgesehen. Deshalb wird es auch so einen Fall in der Praxis in Deutschland nie geben!<br />
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Die Nachrichtenagenturen meldeten in den letzten Tagen, die Bundestagsabgeordneten stocken ihre Di&auml;ten um 9,4 % auf. Recht so! Ich m&ouml;chte meine Rentenerh&ouml;hung auch selbst festlegen.]]></description>
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    <dc:creator>ti</dc:creator>
    <dc:subject>Krankengeschichten</dc:subject>
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    <title>Daheim</title> 
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    <description><![CDATA[seit Samstag, Metastase ist raus, zu schlapp f&uuml;r alles, auch zum Bloggen.]]></description>
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